Präsentation: Gesundheits- und leistungsfördernde Arbeitsumgebungen
Gesundheits- und leistungsfördernde Arbeitsumgebungen sind ein strategisches Thema des Flächenmanagements
Sie verbinden Flächeneffizienz, Arbeitsplatzqualität, Arbeitsschutz, Ergonomie, Raumklima, Licht, Akustik, Bewegung, Regeneration, Nutzerzufriedenheit und Unternehmenskultur. FM-Connect beschreibt die gesundheits- und leistungsfördernde Arbeitsumgebung als zentrales Anliegen großer Unternehmen. Relevante Aspekte sind ergonomische Arbeitsplätze, gute Luftqualität, ausreichend Tageslicht, gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung. Die Seite fasst dies prägnant über die „vier Ls“ zusammen: Luft, Licht, Lärm und Leib.
Präsentation zu gesundheits- und leistungsfördernden Arbeitsumgebungen
Die Präsentation ordnet Arbeitsumgebungen als gestaltbare Ressource ein. Arbeitsplätze, Raumzonen, Besprechungsbereiche, Verkehrsflächen, Rückzugsbereiche, Pausenräume, Betriebsgastronomie, Licht, Luft, Akustik und digitale Services wirken zusammen. Entscheidend ist nicht ein einzelner Wohlfühlfaktor, sondern das Zusammenspiel aus physischer, funktionaler und psychologischer Arbeitsqualität.
FM-Connect unterscheidet dabei körperliches Wohlbefinden, funktionales Wohlbefinden und psychologisches Wohlbefinden. Körperlich geht es etwa um Stuhl, Licht, Raumklima und Akustik. Funktional geht es darum, ob der Raum die Arbeit unterstützt. Psychologisch zählen Zugehörigkeit, Beteiligung, Sicherheit, Sauberkeit und Zugänglichkeit.
Für das Facility Management entsteht daraus eine konkrete Betreiberaufgabe: Arbeitsumgebungen müssen nicht nur einmal geplant, sondern dauerhaft gemessen, bewertet, angepasst und nachweisbar betrieben werden. Dazu gehören Begehungen, Nutzerfeedback, Gefährdungsbeurteilungen, technische Betriebsdaten, CAFM-Daten, Sensorik, Arbeitsplatzbuchung, Service-Desk-Meldungen und kontinuierliche Verbesserung.
Im Mittelpunkt stehen insbesondere:
Raumklima, Luftqualität, Temperatur, Feuchte und Lüftung,
Tageslicht, künstliche Beleuchtung, Blendungsbegrenzung und Sichtverbindung,
Lärm, Raumakustik, Sprachverständlichkeit und Konzentrationszonen,
ergonomische Arbeitsplätze, Bildschirmarbeit, Möblierung und Bewegungsförderung,
Rückzugs-, Kommunikations-, Regenerations- und Pausenbereiche,
Betriebsgastronomie, Wasserangebote und gesundheitsfördernde Verpflegung,
Barrierefreiheit, Inklusion und generationengerechte Nutzbarkeit,
hybride Arbeit, Desksharing, Arbeitsplatzbuchung und Datenschutz,
Nutzerbeteiligung, Feedback-Management und Akzeptanzsicherung,
KPIs, Monitoring, Audits und kontinuierliche Optimierung.
Bedeutung für Facility Management und Betreiber
Für Betreiber ist dieses Thema besonders relevant, weil Arbeitsumgebungen unmittelbar mit Arbeitsschutz, Produktivität, Fehlzeiten, Bindung, Arbeitgeberattraktivität und Flächenkosten verbunden sind. Eine Fläche kann rechnerisch effizient sein und dennoch operativ schlecht funktionieren, wenn sie zu laut, zu dicht belegt, schlecht belüftet, schlecht beleuchtet, akustisch unzureichend oder ergonomisch mangelhaft ist.
FM-Connect beschreibt „gute Büroarbeit“ als wichtigen Bestandteil des Unternehmenserfolgs. Ein gut geplantes Flächenmanagement soll Ressourcen nutzen, Kosten senken, flexibel auf veränderte Anforderungen reagieren und Arbeitsumgebungen an die Bedürfnisse der Mitarbeitenden anpassen. Der Ansatz soll proaktiv, systematisch, integrativ und unternehmenszentriert sein.
Der Nutzen liegt damit nicht nur in mehr Komfort. Gesundheits- und leistungsfördernde Arbeitsumgebungen verbessern die Nutzbarkeit der Fläche, reduzieren Störungen, unterstützen Konzentration und Zusammenarbeit, machen Arbeitsmodelle belastbarer und schaffen eine bessere Grundlage für hybride Arbeit, Desksharing und agile Organisationsformen.
Strategischer Nutzen für Unternehmen
Strategisch betrachtet schafft eine gesundheits- und leistungsfördernde Arbeitsumgebung eine bessere Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit. Sie reduziert nicht nur Flächenverschwendung, sondern verbessert Arbeitsbedingungen, Akzeptanz, Orientierung, Konzentration, Regeneration und Zusammenarbeit.
FM-Connect beschreibt bei den „Blue-Zone“-Bezügen für Facility Management vor allem den Übertrag eines Systemprinzips: Gesundheit entsteht dort, wo Umgebung, Routinen und soziale Strukturen gesunde Optionen zur Standardoption machen. Als FM-Hebel werden unter anderem Innenraumqualität, Bewegung, Verpflegungsumgebung, soziale Begegnungsflächen, Regeneration, Arbeitszeit-Ergonomie, Biophilic Design und Grünraumzugang genannt.
Häufige Fragen zu gesundheits- und leistungsfördernden Arbeitsumgebungen
Eine gesundheits- und leistungsfördernde Arbeitsumgebung ist ein Arbeitsumfeld, das Sicherheit, Gesundheit, Konzentration, Zusammenarbeit, Regeneration und effiziente Arbeitsabläufe unterstützt. Sie umfasst nicht nur Möbel und Raumgestaltung, sondern auch Licht, Luft, Akustik, Temperatur, Ergonomie, Bewegung, Pausenräume, digitale Services, Orientierung, Barrierefreiheit und Nutzerbeteiligung.
Flächenmanagement entscheidet, welche Räume, Arbeitsplätze, Kommunikationszonen, Rückzugsbereiche, Verkehrswege und Services zur Verfügung stehen. Damit beeinflusst es unmittelbar, ob Arbeit gut, sicher und produktiv stattfinden kann. FM-Connect ordnet gesundheits- und leistungsfördernde Arbeitsumgebungen ausdrücklich im Flächenmanagement ein und verbindet sie mit ergonomischer Gestaltung, Luftqualität, Tageslicht, Ernährung und Bewegung.
Flächeneffizienz betrachtet vor allem die wirtschaftliche Nutzung der Quadratmeter. Eine hohe Verdichtung kann jedoch zu Lärm, Ablenkung, schlechter Luft, fehlender Privatsphäre, Konflikten und geringerer Akzeptanz führen. Gute Büroarbeit verlangt deshalb eine Balance zwischen Kosten, Funktionalität, Gesundheit, Flexibilität und Nutzerqualität. FM-Connect beschreibt genau diese Verbindung zwischen Flächenmanagement, Arbeitsprozessen, Effizienz und Mitarbeiterzufriedenheit.
Die Gefährdungsbeurteilung ist die rechtliche und fachliche Grundlage. Sie prüft, welche Gefährdungen durch Arbeitsstätte, Arbeitsmittel, Arbeitsumgebung, Arbeitsorganisation und psychische Belastungen entstehen. § 5 ArbSchG verpflichtet Arbeitgeber zu dieser Beurteilung; die GDA weist ausdrücklich darauf hin, dass auch psychische Belastungen berücksichtigt werden müssen.
Die Arbeitsstättenverordnung legt Anforderungen an das Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten fest. Sie fordert, dass Gefährdungen für Sicherheit und Gesundheit möglichst vermieden werden. Für Facility Management bedeutet das: Raumgrößen, Verkehrswege, Beleuchtung, Lüftung, Temperatur, Lärm, Sanitär- und Pausenbereiche, Fluchtwege und Barrierefreiheit sind nicht nur Komfortfragen, sondern Betreiber- und Arbeitsschutzthemen.
Die Technischen Regeln für Arbeitsstätten konkretisieren die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung. Bei Einhaltung der ASR kann der Arbeitgeber grundsätzlich davon ausgehen, dass die entsprechenden Anforderungen der Verordnung erfüllt sind; bei abweichenden Lösungen muss mindestens die gleiche Sicherheit und der gleiche Gesundheitsschutz erreicht werden.
Besonders relevant sind ASR A1.2 für Raumabmessungen und Bewegungsflächen, ASR A3.4 für Beleuchtung und Sichtverbindung, ASR A3.5 für Raumtemperatur, ASR A3.6 für Lüftung, ASR A3.7 für Lärm, ASR A6 für Bildschirmarbeit und ASR V3a.2 für barrierefreie Arbeitsstätten. Die ASR A3.4 wurde 2023 neu gefasst und um die Sichtverbindung nach außen erweitert.
Raumluftqualität hängt von CO₂, Außenluftzufuhr, Schadstoffquellen, Gerüchen, Feuchte, Temperatur, Luftbewegung und Wartungszustand der Lüftung ab. FM-Connect nennt Luftqualität und Luftmenge als zentrale Kriterien und beschreibt CO₂ als entscheidendes Kriterium für die Luftqualität in genutzten Räumen.
Für Innenräume, in denen Menschen die Hauptquelle der Luftbelastung sind, kann CO₂ als Indikator genutzt werden. Die DGUV nennt bis 1.000 ppm als hygienisch unbedenklich, 1.000 bis 2.000 ppm als hygienisch auffällig und mehr als 2.000 ppm als hygienisch inakzeptabel. Die ASR A3.6 enthält ebenfalls Maßnahmenbezüge für CO₂-Konzentrationen in der Raumluft.
Ein gutes Lüftungskonzept berücksichtigt Personenbelegung, Raumvolumen, Tätigkeit, Emissionsquellen, Außenluftqualität, Lüftungsart, Luftverteilung, Wärmerückgewinnung, Energieeffizienz, Wartung und Nutzerinformation. Bei RLT-Anlagen sind Betriebstagebuch, Betriebshandbuch, Prüfungen, Instandhaltung und dokumentierte Betriebsereignisse relevant.
Temperatur beeinflusst Wohlbefinden, Konzentration und Beschwerdelage. ASR A3.5 behandelt Raumtemperatur und wurde unter anderem um Maßnahmen bei Sommerhitze ergänzt. Thermische Behaglichkeit wird nicht nur durch Lufttemperatur bestimmt, sondern auch durch Oberflächentemperaturen, Luftfeuchte, Luftgeschwindigkeit, Wärmestrahlung, Bekleidung und Tätigkeit.
Thermische Behaglichkeit beschreibt, ob Menschen das Raumklima als angenehm empfinden. DIN EN ISO 7730 behandelt die analytische Bestimmung und Interpretation thermischer Behaglichkeit mit PMV- und PPD-Index sowie Kriterien lokaler thermischer Behaglichkeit; die aktuelle deutsche Fassung EN ISO 7730:2025 wird bei DIN mit Ausgabe 2025-12 geführt.
Bei hohen Außentemperaturen müssen technische, organisatorische und gegebenenfalls personenbezogene Maßnahmen geprüft werden. Dazu gehören Verschattung, Nachtlüftung, angepasste Lüftungsstrategie, Reduzierung innerer Wärmelasten, Trinkwasserangebote, Arbeitsplatzverlagerung und gegebenenfalls Kühlung. Die ASR A3.5 wurde 2022 fachlich um Maßnahmen bei Sommerhitze mit Außenlufttemperaturen über +26 °C ergänzt.
Licht beeinflusst Sehen, Orientierung, Sicherheit, Ermüdung, Konzentration und Wohlbefinden. ASR A3.4 konkretisiert Anforderungen an Beleuchtung und Sichtverbindung. Für gesundheits- und leistungsfördernde Arbeitsumgebungen sind Tageslicht, Blendungsbegrenzung, geeignete Beleuchtungsstärken, gute Farbwiedergabe, steuerbare Beleuchtung und Sichtbezug nach außen wesentlich.
Tageslicht unterstützt Orientierung, subjektives Wohlbefinden und die natürliche Tagesstruktur. FM-Connect beschreibt Licht als Faktor, der nicht nur Sehleistung betrifft, sondern auch organismische Wirkungen haben kann; gleichzeitig müssen große Helligkeitsunterschiede, Blendung und mangelhafte Adaptation vermieden werden.
Gesundheitsförderndes Licht ist eine Lichtgestaltung, die Sehaufgaben, Tageslichtnutzung, Blendungsbegrenzung, biologische Lichtwirkungen, Ermüdung und Nutzungsprofile berücksichtigt. Im Facility Management bedeutet das: Licht wird nicht nur nach Mindest-Luxwerten geplant, sondern nach Tätigkeit, Raumtyp, Tageszeit, Nutzergruppe, Steuerbarkeit und Wartbarkeit bewertet.
Akustik beeinflusst Konzentration, Sprachverständlichkeit, Stress, Fehleranfälligkeit und Zusammenarbeit. FM-Connect beschreibt akustische Gestaltung als wesentlichen Bestandteil erfolgreichen Flächenmanagements; gute Akustik benötigt Zonierung, schallabsorbierende Materialien, Rückzugsräume und regelmäßige Evaluation.
ASR A3.7 unterscheidet Tätigkeitskategorien. Bei Tätigkeitskategorie I, also Tätigkeiten mit hoher Konzentration oder hoher Sprachverständlichkeit, darf ein Beurteilungspegel von 55 dB(A) nicht überschritten werden; bei Tätigkeitskategorie II liegt der Wert bei 70 dB(A). Die ASR weist außerdem darauf hin, dass Lärm Aufmerksamkeit und Konzentration herabsetzen, Sprachkommunikation beeinträchtigen und Fehlerquoten erhöhen kann.
Open-Space-Flächen kombinieren häufig Telefonate, spontane Abstimmungen, konzentrierte Einzelarbeit, Videokonferenzen und Bewegung. Ohne Zonierung entstehen störende Hintergrundsprache, visuelle Ablenkung und hohe Unterbrechungsraten. Deshalb braucht es Fokuszonen, Kommunikationszonen, Rückzugsräume, Telefonboxen, Besprechungsräume, akustische Abschirmung und klare Nutzungsregeln
Ergonomie sorgt dafür, dass Arbeitsplatz, Möbel, Bildschirm, Eingabegeräte, Beleuchtung und Arbeitsorganisation zur Tätigkeit und zum Menschen passen. ASR A6 konkretisiert seit Juli 2024 Anforderungen an Bildschirmarbeit. Für das FM sind höhenverstellbare Tische, geeignete Stühle, Bildschirmpositionierung, Beleuchtung, Greifräume, Kabelmanagement und wechselnde Arbeitshaltungen relevant.
Wichtig sind geeignete Bildschirmgeräte, blendfreie Aufstellung, ausreichende Beleuchtung, ergonomische Sitz- und Tischposition, ausreichende Bewegungsfläche, Software-Ergonomie, Pausen- und Tätigkeitswechsel sowie die Vermeidung einseitiger Belastungen. Die neue ASR A6 konkretisiert die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung für Bildschirmarbeit.
Bewegung ist nicht nur ein individuelles Verhaltensthema. Die gebaute Umgebung kann Bewegung erleichtern oder verhindern: attraktive Treppen, kurze Gehwege, Steharbeitsplätze, Stehbesprechungen, zentrale Druckerinseln, Fahrradstellplätze, Duschen, Schließfächer und Außenflächen schaffen Bewegungsanreize. FM-Connect nennt Treppen, Wegeführung, Mikrobewegung, aktive Mobilität, sichere Fahrradstellplätze, Duschen und Spinde als FM-Hebel.
Salutogene Räume sind Arbeitsumgebungen, die Gesundheit nicht nur schützen, sondern aktiv fördern. FM-Connect beschreibt den salutogenen Ansatz mit dem Ziel, gesundheitsfördernde Bedingungen zu schaffen, den Kohärenzsinn zu stärken und Menschen zu befähigen, Ressourcen zu nutzen und Herausforderungen als verständlich, handhabbar und sinnvoll zu erleben.
Kohärenzgefühl umfasst Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit. Im Raumkontext bedeutet das: Menschen finden sich zurecht, verstehen die Nutzungslogik, können ihre Arbeit mit verfügbaren Ressourcen bewältigen und erleben ihre Umgebung als unterstützend. FM-Connect beschreibt diese drei Komponenten ausdrücklich im salutogenen Ansatz.
Betriebsgastronomie beeinflusst Energielevel, Pausenqualität, soziale Begegnung und Gesundheitsverhalten. Im Sinne gesundheitsfördernder Arbeitsumgebungen geht es um ein gutes Angebot, Wasser, gesunde Standardoptionen, passende Aufenthaltsqualität, kurze Wege, nachvollziehbare Kennzeichnung und ein gastronomisches Konzept, das zur Unternehmenskultur passt. FM-Connect nennt im Blue-Zone-Kontext die Verpflegungsumgebung, DGE-orientierte Angebote und Choice Architecture als FM-Hebel.
Biophilic Design integriert Naturbezüge in Arbeitsumgebungen, etwa Pflanzen, Tageslicht, Sicht ins Grüne, natürliche Materialien, Außenflächen, Grünzonen oder organische Formen. FM-Connect nennt Pflanzen, Sicht ins Grüne, Naturmaterialien und Zugang zu Außenraum oder Grünflächen als mögliche Maßnahmen, insbesondere zur Förderung von Stressreduktion und Wohlbefinden.
Barrierefreiheit sorgt dafür, dass Arbeitsumgebungen von möglichst vielen Menschen sicher, selbstständig und gleichberechtigt genutzt werden können. FM-Connect beschreibt Barrierefreiheit und Inklusion als wesentlich, weil viele Behinderungen durch Alter, Krankheit oder Unfall entstehen und barrierefreie Strukturen die Nutzbarkeit und Lebensqualität verbessern.
Psychische Belastung entsteht nicht nur durch Arbeitsmenge, sondern auch durch Störungen, Lärm, fehlende Rückzugsmöglichkeiten, unklare Räume, schlechte Orientierung, mangelnde Beteiligung, Überwachungsempfinden oder fehlende Autonomie. Die GDA weist darauf hin, dass psychische Belastungen bei der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen sind.
Arbeitsschutz definiert Mindestanforderungen zur Vermeidung von Gefährdungen. Eine leistungsfördernde Arbeitsumgebung geht darüber hinaus: Sie schafft Rahmenbedingungen, die Konzentration, Zusammenarbeit, Erholung, Motivation, Identifikation und effiziente Abläufe unterstützen. Sie darf den Arbeitsschutz nie unterschreiten, erweitert ihn aber um Nutzerqualität und organisatorischen Nutzen.
Nutzerbeteiligung ist entscheidend, weil viele Umweltfaktoren subjektiv erlebt werden. Luft, Temperatur, Licht, Lärm, Privatheit und Orientierung werden unterschiedlich wahrgenommen. FM-Connect betont, dass Rückmeldungen zu Luft, Licht, Lärm und Leib ernst genommen werden sollten und dass Zugehörigkeit, Beteiligung und Heimatgefühl zur Arbeitsplatzqualität beitragen.
Feedback-Management sammelt systematisch Rückmeldungen zu Raumqualität, Störungen, Komfort, Services, Belegung und Verbesserungsbedarf. Geeignete Kanäle sind Service Desk, Nutzerbefragungen, Pulse Surveys, Arbeitsplatzbegehungen, digitale Meldungen, Workshops und Nutzervertretungen. Entscheidend ist, dass Feedback nicht nur gesammelt, sondern priorisiert, umgesetzt und rückgemeldet wird.
Monitoring macht Arbeitsumgebungen steuerbar. FM-Connect beschreibt Monitoring-Tools und Feedback-Systeme, etwa Sensoren zur Nutzung von Bereichen, Mitarbeiterumfragen und Raumklimasensoren. Ziel ist, Probleme und Optimierungspotenziale zu erkennen, Maßnahmen abzuleiten und die Umgebung fortlaufend anzupassen.
Geeignete Kennzahlen sind CO₂-Werte, Temperatur, relative Feuchte, Lärmwerte, Beleuchtungsqualität, Beschwerden, Nutzerzufriedenheit, Arbeitsplatzverfügbarkeit, Nutzung von Fokus- und Rückzugsräumen, Belegungsgrade, No-Show-Quoten, ergonomische Mängel, Maßnahmenabschlussquote, Störmeldungen, Pausennutzung und Ergebnisse aus Gefährdungsbeurteilungen.
Geeignete Systeme sind CAFM, Workplace-Management-Systeme, Buchungssysteme, Raumklimasensorik, Gebäudeautomation, Energiemonitoring, Service-Desk-Systeme, Feedback-Tools, Belegungsanalysen, CAD/BIM-Datenmodelle und Dashboards. Wichtig ist, dass Daten zweckgebunden, aggregiert, transparent und datenschutzkonform genutzt werden.
Desksharing kann Flächen effizienter nutzen, erhöht aber Anforderungen an Arbeitsplatzqualität, Buchbarkeit, Verfügbarkeit, Hygiene, Stauraum, Orientierung, Ergonomie, Teamzugehörigkeit und Mitbestimmung. Eine leistungsfördernde Arbeitsumgebung muss verhindern, dass Desksharing zu Suchzeiten, Unsicherheit, Lärm, sozialer Entkopplung oder Überwachungsempfinden führt.
Fokusräume sind wichtig für Tätigkeiten mit hoher Konzentration, vertrauliche Gespräche, Videokonferenzen und temporären Rückzug. Sie entlasten offene Bürobereiche und reduzieren akustische sowie visuelle Störungen. Für eine sinnvolle Planung sind Buchungsdaten, Nutzerfeedback, Tätigkeitsprofile und Belegungsanalysen notwendig.
Arbeitsumgebungen können Kultur unterstützen oder behindern. Transparenz, Konzentration, Kollaboration, Innovation, Vertraulichkeit oder Kundenorientierung benötigen unterschiedliche Raumtypen. FM-Connect beschreibt, dass Arbeitsplatzgestaltung und Unternehmenskultur zusammenwirken und dass Layout, Möbel, Dekor und Raumlogik die Werte einer Organisation abbilden können.
Hybride Arbeit benötigt verlässliche digitale Infrastruktur, gute Videoräume, Buchungssysteme, flexible Arbeitsplätze, Teamtage, Rückzugsräume, gute Akustik, klare Regeln, gute Orientierung und faire Verfügbarkeit. Die Arbeitsumgebung muss sowohl Präsenzarbeit als auch virtuelle Zusammenarbeit unterstützen.
Hygiene beeinflusst Sicherheit, Akzeptanz und Vertrauen in die Arbeitsumgebung. Relevant sind Reinigung, Sanitärbereiche, Luftqualität, Oberflächen, Abfallmanagement, Küchenbereiche, geteilte Arbeitsplätze, Schließfächer, Reinigungsintervalle und transparente Zuständigkeiten. Gerade bei Desksharing und hoher Fluktuation der Nutzung ist Hygiene Teil des Betriebskonzepts.
Ein Betriebskonzept sollte Ziele, Nutzergruppen, Raumtypen, Arbeitsplatzstandards, Umweltqualitätsziele, Arbeitsschutzanforderungen, Verantwortlichkeiten, Serviceprozesse, Reinigungs- und Hygienekonzept, Monitoring, Feedback, Datenschutz, Mitbestimmung, Kennzahlen, Eskalationen und kontinuierliche Verbesserung beschreiben.
Typische Fehler sind einseitige Flächenverdichtung, fehlende Tätigkeitsanalyse, zu wenig Fokusräume, schlechte Akustik, unzureichende Lüftung, unklare Desksharing-Regeln, fehlende Nutzerbeteiligung, nicht gepflegte Buchungsdaten, ungeklärter Datenschutz, nicht einbezogener Betriebsrat, schwache Ergonomie, fehlendes Monitoring und Maßnahmen ohne Wirksamkeitskontrolle.
FM-Connect unterstützt bei Analyse, Bedarfsermittlung, Raum- und Flächenkonzepten, Arbeitsplatzstandards, Nutzerbeteiligung, Akustik, Licht, Raumklima, Ergonomie, Betriebskonzepten, Monitoring, Feedback-Management, Feelgood-Management, Belegungsoptimierung, CAFM-/BIM-/Sensorikdaten und kontinuierlicher Anpassung. Der Schwerpunkt liegt darauf, Arbeitsumgebungen nicht nur schön, sondern funktional, gesundheitsgerecht, leistungsfördernd und betreibbar zu gestalten.
